Europäische Bildungsprogramme

Seit dem Jahre 2007 gibt es ein von der Europäischen Kommission initiiertes Programm für „Lebenslanges Lernen“, auch kurz LLP genannt (Lifelong Learning Programme). Die deutsche Politikerin Annette Schavan und Ján Figel' in seiner Funktion als Bildungskommissar der EU stellten dazu für die Laufzeit des Programmes bis 2013 einen Betrag von sieben Milliarden Euro bereit, von denen Deutschland fast 100 Millionen Euro zur Verfügung standen, respektive bis zum Ablauf zur Verfügung stehen. Grundlage dieses Europäischen Bildungsprogrammes ist die Tatsache, dass Bildung beruflicher oder allgemeiner Art, in der heutigen Gesellschaft unbedingt erforderlich ist und somit gefördert werden muss. Denn letztendlich kann nur eine wissensorientierte Gesellschaft für sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt sorgen. Somit will das Europäische Bildungsprogramm einen Bildungsweg ebnen, der beginnend mit der Schule bis zur Erwachsenenbildung lebensbegleitend sein soll. Ergänzend dazu wird nicht nur Lernenden, sondern auch Lehrenden die Möglichkeit eröffnet, beispielsweise an Bildungsprojekten oder an einem Praktikum im Ausland teilzunehmen.

Um Bildungsmöglichkeiten in allen Phasen eines Lebens anbieten zu können, hat man dazu das Europäische Bildungsprogramm in vier Abschnitte unterteilt. Damit die Basislebensfertigkeiten und die dazu notwendigen Kompetenzen zur Entwicklung der Persönlichkeit für junge Menschen gefördert werden, wurde das Programm „Comenius“ bereitgestellt. Es ist für die Erstphase der Bildung gedacht, die in der Vorschule beginnt und in der Sekundarschule endet. Das darauf folgende Programm „Erasmus“ unterstützt die Kooperation von Hochschuleinrichtungen in Europa und gestattet ein Auslandsstudium. „Leonardo da Vinci“ ermöglicht eine berufliche Weiterbildung auf europäischer Ebene. Wissenserweiterung durch Auslandsaufenthalte und projektorientierte Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen stehen bei diesem Programm im Fokus. Dem Lern- und Lehrbedürfnis der Bildung Erwachsener gerecht zu werden, ist die Aufgabe des Programmes „Grundtvig“. Es wurde dem dänischen Pädagogen und Theologen Nikolaj Frederik S. Grundtvig gewidmet und unterstützt Erwachsene im fortgeschrittenen Alter, sowie Menschen ohne Qualifikation mit dem Ausbau und der Vertiefung ihres Bildungsstatus.