Lebenslanges Lernen

Der Mensch ist in der Lage, selbständig und eigenverantwortlich neue Fähigkeiten zu erschließen und sich Wissen wie auch Geschick anzueignen. Das fängt im Kindergartenalter an: Farbige Holzsteine bringen nicht nur Spaß, sondern lassen die Kinder spielerisch den Umgang mit Schwerkraft, statischen Regeln und geometrischen Körpern lernen. Malen heißt nicht nur, farbige Substanzen auf ein Papier zu bringen, sondern beinhaltet erste Erfahrungen in der Farbenlehre, räumliches Vorstellungsvermögen und Feinmotorik. Das braucht nicht zwangsläufig eine explizite Anleitung - es passiert einfach und erschließt sich von selbst. So bauen pädagogische Konzepte darauf, dass Kinder selbstständig Zahlen begreifen, die Grundrechenarten erlernen und sich Lesen und Schreiben alleine beibringen können. Kindergärten und Grundschulen bauen vermehrt auf dieses Konzept des von Natur aus neugierigen und wissbegierigen Menschen, und auch weiterführende Schulen und Hochschulen entdecken immer mehr die Vorzüge der eigenverantwortlichen Wissenserweiterung. Die Lernziele sind dabei in landesspezifischen Curricula festgelegt.

Es reicht heutzutage nicht mehr aus, einen Beruf erlernt zu haben, um dann einfach mehrere Jahrzehnte berufstätig zu sein. Vielmehr ist beständige Fortbildung gefordert, die den arbeitenden Menschen stets auf dem neuesten Stand der Entwicklungen hält. Es ist klar, dass die Arbeitgeber nicht alleine diese finanzielle und organisatorische Herausforderung angehen und Mitarbeiter beständig betriebsintern weiterbilden können - vielmehr sind die Menschen gefordert, sich eigenverantwortlich und selbstständig neben der Ausübung des Berufs fortzubilden. Das kann in Form eines Zusatzstudiums sein, kann aber auch durch das Lesen von Fachliteratur oder eine Umschulung und neue Berufsausbildung in einem völlig anderen Zweig stattfinden. Diese Forderung des lebenslangen Lernens durch Eigeninitiative ist in verschiedenen Regierungspapieren innerhalb der Europäischen Union festgehalten worden.